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Bauen mit Naturstein und Terrakotta auf Mallorca

Pedra maresa: So heißt der Marés-Stein, mit dem auf Mallorca viel gebaut wird. Viele alte und neue Gebäude entstanden aus diesem sehr kalkhaltigen Material. Das Castell de sa Punta de n’Amer in der Gemeinde San Llorenc des Cardassar nahe Manacor ist nur ein Beispiel von vielen. Der schöne Wehrturm aus dem 17. Jahrhundert ist an der Ostküste der Insel beliebtes Ausflugsziel. 

Wie es früher typisch war, um langwierige und schwere Transporte zu vermeiden, wurden Gebäude aus Marés-Stein dort gerne gebaut, wo sich ohnehin die Steinbrüche befinden. Sie sind in Arenal, Alcudia, Muro, Porreres, Santanyi, Felanitx, Petro, Llucmajor und Santa Margalida. Aus den “Abfällen” der Steinbearbeitung, also aus dem feinen Marés-Granulat, können noch heute Maurer, die das alte Handwerk beherrschen, Putz herstellen. Als Bodenbelag wurde der Stein schon immer geschätzt. Je nach Steinbruch variiert er in der Farbe und in der Struktur.

Das gilt auch für den Santanyi-Stein. Er hat eine extrem hohe Widerstandsfähigkeit, die den Handwerkern den Bau von Bögen, Kaminen, Balustraden, Wölbungen und Säulen ermöglicht. Und da Santanyi  schon lange Zeit seinen eigenen Steinbruch hat, wurde die Pfarrkirche San Andrés nach der Grundsteinlegung 1786 aus den Steinen des Ortes gebaut. Und auch, wer weiß das schon, die Stadtmauern von Palma de Mallorca, der Inselhauptstadt.

Schon immer waren Terrakotta-Fliesen begehrtes Baumaterial auf Mallorca: in Bädern, Wohnzimmern, Küchen. Die Mauren brachten ihr Wissen zur Herstellung mit nach Spanien. Noch heute können die Fliesen im Prinzip so hergestellt werden wie damals, als Lehm und Sand in großen Becken gemischt und mit den Füßen zerstampft wurden, um unerwünschte Steine in der Masse zu finden. Die Masse wird in Hohlformen gefüllt, mit einem Stock geglättet – und unter der warmen Sonne Mallorcas getrocknet. In einem riesigen Holzofen werden die Platten später drei bis vier Tage lang gebrannt – eine von A bis Z gefertigte  Handarbeit. Terrakotta-Fliesen sind auf Mallorca immer noch ein gern gesehenes Produkt aus Materialien der Natur, wobei heute moderne Methoden zur Herstellung angewendet werden.

 

Mallorca als Insel der Vielfalt - Besucherzahlen steigen stetig

3,5 Millionen Touristen allein aus Deutschland auf den Balearen, ein großer Teil davon auf Mallorca: Das sind nur die Zahlen aus dem letzen Jahr. Der Trend 2011, so wissen Tourismusexperten, geht über die 3,8-Millionen Besucher aus deutschen Landen hinaus. Die Gäste aus Großbritannien weisen sich mit ungefähr 2,7 Millionen Touristen im Jahr 2010 als Balearen-freudiges Völkchen aus, auch sie werden in diesem Jahr mehr werden. Das ist eines der zahlreichen Ergebnisse der Touristikmesse Fitur, die zum Jahresbeginn in Madrid stattfindet und bei der eine Vielzahl von Reise-Experten zu Wort kommt.

Viele der Feriengäste, die an die schönen Strände unserer Insel kommen und die Sonnenstunden-Garantie im Sommer zu schätzen wissen, mieten ein Ferienhaus, eine Ferienwohnung, eine Finca auf dem Land oder eine der schicken Luxusvillen. Viele der Reisenden, die am Flughafen von Palma de Mallorca oder mit dem Auto auf der Fähre ankommen, wissen ihr eigenes Domizil auf der Insel sehr zu schätzen.

Rund 580 Kilometer Strand, Yachthäfen in allen Größenordnungen und Preisklassen, kulturelle Angebote, die fast kosmopolitische Hauptstadt Palma mit ihren ganzjährigen Veranstaltungen und der schönen Altstadt, die Golfplätze, die anderen unzähligen sportlichen Angebote: Die Insel ist vielfältig. Das bezieht sich auch auf die Landschaft, die durch das bizarre Tramuntana-Gebirge von West bis Nord begeistert, mit Hügeln und landwirtschaftlich genutzten Flächen im Inselosten, mit ebener Landschaft im Süden und langen Stränden im Südwesten.

Schickes Ambiente rund um Puerto de Andratx und Portals Nous sowie die arabisch geprägte Ecke Sol de Mallorca, wo sich das Casino befindet; landschaftliche Idylle im Landesinneren mit rustikalen Häusern und riesigen Grundstücken rund um die Fincas, Party-Time an der Playa de Palma: Wen wundert es, dass bei dem breiten Angebot an Möglichkeiten immer mehr Insel-Liebhaber ihr zweites Domizil auf Mallorca suchen – und finden.

 

Sauna im eigenen Mallorca-Domizil: eine "warme Stube" in kühlen Nächten

Trotz des subtropischen Klimas auf unserer schönen Insel und des Sommers mit Sonnengarantie: Auch auf Mallorca werden manche Nächte im Winter kühl. Heizung, Kamin: All das reicht aus, um die eigene Immobilie zu wärmen. Eine Sauna sorgt zusätzlich für angenehme Stunden in schattigen Nächten.

Ihre gesundheitlichen Vorzüge sind klar, falls medizinischer Rat beispielsweise bei Herz- und Kreislauferkrankungen dem nicht im Wege steht. Durch die Wärme, die sich durch einen Temperaturregler nach Wunsch einstellen lässt, öffnen sich die Poren der Haut und die Durchblutung wird angeregt. Das kalte Duschen nach dem warmen Saunagang bringt die Poren richtig in Schwung und soll damit die Struktur der Haut immens verbessern.

Weniger Erkältungen durch regelmäßige Saunabesuche: Durch den Wechsel von warm und kalt während der Sauna-Prozedur werden die Schleimhäute der Nase und des Rachens in Gang gebracht, die auf den Temperaturwechsel reagieren. Damit sind sie für den Alltag besser gerüstet, denn sie trainieren das Verarbeiten von Wärme und Kälte. Menschen, die regelmäßig eine Sauna besuchen, haben ein erhöhtes Interferon – ein Stoff im Blut, der in ausreichender Menge vor Viruserkrankungen schützt.

Ein bis zwei Gänge pro Woche: Das ist eine gute Zahl, um Krankheiten vorzubeugen, das Immunsystem zu aktivieren und um den Körper zu entschlacken. Dampfsauna, finnische Sauna, türkisches Bad, Infrarot-Sauna: Der baulichen Möglichkeiten gibt es viele – auch auf Mallorca. Eine „warme Stube“ im eigenen Ferienhaus, in der Finca oder in der Villa einzubauen, ist bei ausreichend Platz im Haus oder sogar im Garten kaum mit riesigen baulichen Maßnahmen verbunden.  Wer einen eigenen Garten hat, kann die Abkühlungsphase dann sogar im freien genießen – unter dem südlichen Sternenhimmel Mallorcas.

 

Trabrennen auf Mallorca

Pferde gehören nach Mallorca wie die Sonne, der Sand und das Meer. Nach dem Fußball nämlich, für den sich die Mallorquiner begeistern  - mit Vorliebe in ihrer Stammbar – sind die Trabrennen ihr liebstes Kind. Trainer, Pferde, Jockeys, Gewinner: Die Menschen, die auf Mallorca leben, lieben ihre Sportler, kennen ihre Namen und erinnern sich noch lange in die Vergangenheit zurück an Siege und Niederlagen auf den großen Trabrennbahnen in der Nähe von Palma und Manacor.

Das Trabrennen hat auf Mallorca eine lange und geschätzte Tradition. Seinen Ursprung hat es, so erzählen die Einheimischen gerne immer wieder, im Inselinneren – als sich die Markthändler mit ihren Pferdewagen auf den Weg zu einem anderen Ort machten, um Früchte und Gemüse zu verkaufen. Bäuerliche Wagenrennen sollen es gewesen sein, die dazu führten, bald eine eigene Pferderasse zu züchten, um auf der Bahn erfolgreich zu sein. Die Rasse heißt schlicht und einfach „Mallorquiner“ und wird gerne bei Volksfesten auf der Insel zur Schau gestellt, denn die Menschen sind stolz auf ihre Pferde.

Seit über 100 Jahren ist das Trabrennen auf Mallorca ein regelrechter Volkssport. Die bevorstehenden Rennen werden in den Tageszeitungen veröffentlicht, so dass sich niemand wundern sollte, wenn die Mallorquiner heftig diskutierend mit der Nase in den Zeitungen stecken, um mögliche Favoriten lange und ausgiebig zu diskutieren.

Son Pardo: So heißt die Trabrennbahn auf der Straße von Palma nach Soller. Das Hippodromo von Manacor befindet sich in der Nähe des Krankenhauses und wurde 1929 gebaut. An beiden Orten sind oft genug Champions aus ganz Europa zu Hause. Die Jockeys auf dem Sulky geben mit ihren Trabern ihr Bestes, um zu gewinnen und bis zu sechsstellige Summen „einzufahren“.

Trot: So heißt das Trabrennen auf Mallorquin. Trot: So heißt, wie gesagt, des Mallorquiners liebste Sportart. Vom Fußball einmal ganz abgesehen. Trot: Da sollte man mal hin, um die Atmosphäre auf der Rennbahn zu genießen, die Bewegungen der Traber zu beobachten. Trot: Da kommt Spannung auch – auch bei den Mallorca-Besuchern. Der Eintritt ist frei.  

 

Bootfahren auf Mallorca – mit dem Katamaran in ruhige Calas

Eine Reise nach Mallorca und dabei die Insel von außen betrachten: Viele Insel-Freunde, die eine eigene Immobilie auf der größten Baleareninsel besitzen, sind eingefleischte Schiff-Fans und haben ein eigenes Boot an einem der wunderschönen Liegeplätze. Auf dem Schiffsweg präsentiert sich die Insel ganz einfach „von der anderen Seite“. Immobilienmakler haben keine Probleme Objekte in der Nähe eines Yachthafens anzubieten, denn derer gibt es viele. Objekte dieser Art bewegen sich in der oberen Preiskategorie – vor allem dann, wenn der Blick auf den Hafen von der Terrasse unverbaubar ist.

Mit dem Boot rund um Mallorca unterwegs: Das ist eine vielseitige Angelegenheit. Sprichwörtlich. Rund um das Tramuntana-Gebirge, das sich von West nach Nord zieht, fällt der Blick auf die zerklüftete Region der Insel. Im Norden an den Ausläufern der Bergkette reihen sich lange Strände an der Küste entlang. In Richtung Osten, unterhalb von Cala Millor, sind die Buchten klein, beschaulich und schön wie eine „Perlenkette“. Runter Richtung Süden lockt der allseits bekannte Naturstrand „Es Trenc“ Bootsbesitzer an. Im Südwesten mit seinen langen Stränden und der Inselhauptstadt Palma mittendrin ist, wenn es um den Verkehr auf dem Wasser geht, ausgesprochen viel los, denn Palma verfügt über mehrere Häfen, in denen sich Kreuzfahrtschiffe und kleine Motorboote sowie Segler aller Art immer irgendwo treffen.

Die Yachthäfen auf Mallorca verteilen sich, bis auf die bergige Region im Westen, fast lückenlos rund um die Insel. Vielen ist ein Yachtcharter angeschlossen, so dass Wasserratten eine gut ausgebaute Infrastruktur vorfinden und, wenn sie „keinen eigenen Kiel“ besitzen, diesen mieten können. Ein Sportboot-Führerschein See ist natürlich nötig, um ein Boot chartern zu können. Wer den Schein nicht vorweisen kann, geht dennoch sorglos an Bord und mietet eine Besatzung mit, die das  Schiff auf den rechten Weg bringt.  

Flora Mallorca

Mallorca blüht. Zu jeder Jahreszeit. In den Ebenen zeigen Oleander, Hibiskus und Geranien ihre Pracht. Auf den Gipfeln des Tramuntana-Gebirges sieht das anders aus. Hier weht dem Mallorca-Besucher, der sich hoch hinaus wagt, in erster Linie der Wind um die Nase, weniger der Duft von Blumen.  Die im Tramuntana heimischen Pflanzen haben sich an den starken Wind angepasst, dem sie das ganze Jahr über ausgesetzt sind, so dass sich hier eine Vegetation gebildet hat, die dem Wind Widerstand leisten kann.

Eine Flora in Form von „Halbkugeln“  und niedrigen Kissen ist hier auf den Gipfeln zu Hause und duckt sich eher flach als hoch an die Steilwände. „Coixinet“ (Kissen) heißt  die Vegetation bei den Mallorquinern – wir wissen nun warum. Da „Futter“ in der Flora des Gebirges für die Tiere eher selten ist, haben sich viele Pflanzen mit Stacheln ausgestattet, um sich vor dem Appetit der Tiere zu schützen.

An den schattigen Felswänden der Berge gedeihen wiederum ganz andere Pflanzenarten. Sie zeichnen sich durch meist große und glänzende Blätter aus, und blühen trotz ihrer Lage im Schatten meist üppig. Die Balearen-Pfingstrose, das Balearen-Johanneskraut, das Strauchige Veilchen oder der Balearen-Krokus: Ihre Namen heißen so, da sie fast nur auf den Baleareninseln wachsen. Wegen ihres begrenzten Vorkommens auf ausschließlich diesen Inseln gehören sie zu den so genannten endemischen Arten und stehen fast alle unter Naturschutz. Wanderer, die eines der Prachtstücke finden, sollten deshalb auf das Pflücken verzichten, um die Arten zu erhalten.

Machen wir einen Ausflug in die „Niederungen“ der Insel und damit in Vegetation, die auf fast allen nicht kultivierten Flächen entsteht. Sie nennt sich „Garigue“ und ist ein Konglomerat vieler Pflanzen, die sich an die starke Sonne, die Verdunstung und den im Sommer häufigen Wassermangel angepasst haben. Stacheln, verhärtete Blätter: So leisten die Pflanzen Widerstand und sichern sich ihr Überleben, um zu blühen. Hier blühen mehr als 30 Orchideenarten.

Für Botaniker ist die Insel deshalb eine Reise wert, um den Kontrast der Insel kennen zu lernen und damit die Vielseitigkeit ihrer Pflanzen.

 

Pueblo Español: Trendig inmitten seiner "Geschichte"

Salamanca, Sevilla, Granada: Was hat all das mit Mallorca zu tun? Gehen wir in das Pueblo Español in Mallorcas Inselhauptstadt Palma, in der ohnehin viele berühmte Baumeister am Werk waren und in Form von Häusern, Kirchen und Brunnen ihre Spuren hinterlassen haben. Früher wie heute. Das Pueblo Español, das „spanische Dorf“ inmitten Palmas, ist wohl weit jünger als manch anderes Bauwerk hier, aber es vereint berühmte Gebäude aus ganz Spanien an einem Ort, wo sie bis ins kleinste Detail nachgebaut sind.

Mallorca im Wandel: Das bezieht sich nicht nur auf die Verschönerung der Playa de Palma, auf den Aus- und Umbau des Straßennetzes und der Zugstrecken. Mallorca im Wandel: Das ist auch das „Nuevo Pueblo Español“. Denn:  Im Juni 2009 wurde durch die Einrichtung von Restaurants, Lounge Bars und Geschäften aus dem „poble“ ein geselliger und trendiger Ort. Die neue Gastronomie zieht viele Besucher an, die „Historisches“ mit Geselligkeit verbinden möchten, was in Palma ohnehin ganz sicher nicht schwer fällt.

Die Anfänge: 1967 baute der spanische Architekt Fernando Chueca Goitia ein so genanntes offenes Architekturmuseum in Palma und beauftragte Steinmetze und Tischler mit dem Bau vieler spanischer, historischer Sehenswürdigkeiten. Ein kleiner Streifzug durch das Dorf führt beispielsweise in die „Ermita de San Antonio de la Florida“ in Madrid. Die Ermita, 1732 erbaut, ist berühmt für ihre Fresken, die kein anderer als der Maler Francisco de Goya in seine Kuppeln malte. Das Haus von „El Greco“ in Toledo ist als Haus und Museum des griechischen Malers Domenikos Theotokopoulos bekannt, der hier Werke bekannter Maler sammelte, die rund um Toledo ihre Arbeiten schufen. Ein Beispiel für die barocke, venezianische Architektur ist der „Torre de Santa Caterina“ in Valencia, der 1688 bis 1705 gebaut wurde. Der Glockenturm ist sechseckig und 49 Meter hoch und im Pueblo Espanol zu sehen. Und es gibt weit mehr. Geöffnet ist das trendige Museum ganzjährig. Hier finden zahlreiche Events statt, die einen Besuch lohnen.

 

Nebel über Capdepera und keine Chance für Piraten

Mein achtjähriger Sohn ist Höhlenforscher oder Pirat, je nach Lust und Laune. Als wir für die Herbstferien
unsere Reise nach Mallorca buchten, hatte ich seinem Abenteuerdrang neue Nahrung gegeben bei der
Erwähnung der Burg von Capdepera. Sie ist nämlich die größte Festungsanlage der Insel und über sie
gibt es eine Menge zu erzählen, was ich tat.

Dass Lukas schwer daran interessiert ist, Burgen und Schlösser zu besichtigen und ihre Geschichten zu
hören, ist für mich ganz prima, denn ich gehe gerne im Urlaub auf Kultur-Tour. Wir hatten in der Cala
Magrana eine schöne Ferienwohnung mit zwei Schlafzimmern gemietet. Alles modern ausgestattet,
eine tolle Küche, zwei Bäder, eine Terrasse mit Blick auf den Gemeinschaftspool. Groß genug, um, rein
theoretisch, für Ritterspiele Platz zu haben.

Da das Wetter gleich am ersten Ferientag eher bedeckt war und damit zu kühl für den Strand, machten
wir uns sehr zur Freude des Sohnemannes Richtung Capdepera auf, das, genau wie die Cala Magrana,
im Osten der Insel liegt, aber ein Stück weiter im Norden nach Cala Ratjada. Der imposante Bau mit
seinen unzähligen Zinnen lässt der Fantasie jede Menge Spielraum, doch die kleine gotische Kapelle in
der Festungsanlage war Abenteuer pur. Hier wurde das Gnadenbild der „Madonna de la Esperanza“, der
Muttergottes der Hoffnung, über Jahrhunderte nicht nur aus religiösen Gründen aufbewahrt, denn schon
früher dachten die Mallorquiner praktisch. Denn beim Angriff durch Piraten, die die Festung stürmen
wollten, stellten die Verteidiger der Burg das Bild auf den Wachturm – und dichter Nebel waberte kurze
Zeit später über das Land und das Meer. Unverrichteter Dinge taperten die Angreifer zu ihren
Piratenschiffen zurück und suchten das Weite, denn im dichten Nebel war kein Angriff möglich.

Dass als dies im 14. Jahrhundert passiert sein soll, ist unwichtig, denn vorstellbar ist es für uns noch bis
heute irgendwie. Da wir schon mal oben im Nordosten waren, machten wir mit der Höhlenforscherei
weiter und fuhren zu den „Coves d’Artá“. Stalagmiten und Stalaktiten, eine dünne Säule trägt den Namen
„Sarg von Napoleon“, außerdem gibt es noch die „Hölle“ und das „Paradies“, Teile der Höhlen mit
klangvollen Namen. Mein Sohn war begeistert. Als er dann noch hörte, dass die Höhlen von Artá früher
Piraten als Zufluchtsstätte diente, war der Tag perfekt. Denn vielleicht haben ja dort die Bösewichte
gewohnt, die vorher die Festung von Capdepera einnehmen wollten…

Zu Hause in Essen war schnell klar: Nächstes Jahr geht es wieder nach Mallorca. In ein Ferienhaus oder
eine Finca mit mindestens drei Schlafzimmern, denn dann will der Piraten-Club aus unserer Straße mit auf
die Insel. Eine Freundin war schon einmal im Robinson-Club, von denen es viele auf der Insel gibt. Auch
das ist eine tolle Alternative, vor allem mit Kindern. Sprachreisen Mallorca eine andere.

Andrea Richter


Gesunde Ernährung kommt auf Mallorca direkt aus dem Garten

Gesunde Ernährung kommt auf Mallorca direkt aus dem Garten
Hierba Buena – noch nie gehört? „Hierba Buena“ ist für die Mallorquiner schlicht und einfach das „gute Kraut“.
Es duftet nach Minze, kommt in Salate, wird mit heißem Wasser zu Tee gebrüht und kommt nicht zuletzt als
I-Tüpfelchen einer Sammlung toller Kräuter in die Flasche, um einen ordentlichen Schnaps aufzusetzen. Das
„gute Kraut“ ist ab Mai reif für die Ernte (und für die Flasche) und ist eine der Zutaten, die auf Mallorca frisch
aus dem Garten kommen. Denn trotz viel Olivenöl und deftiger Gerichte: Die Einheimischen auf der schönen
Baleareninsel setzen auf Leckeres und Gesundes aus dem Garten und legen viel Wert auf eine vernünftige
Ernährung.

Dabei spielen viele Gemüse- und Obstsorten eine große Rolle – fast rund um’s Jahr. So sprießt der grüne
dünne Spargel im Frühjahr aus den idyllischen Natursteinmauern und wird in vielerlei Variationen zubereitet.
In Tortilla, jenem „Omelett“ aus Kartoffeln und Zwiebeln und vielen Eiern, das sorgsam und langsam in der
Pfanne gestockt wird, macht sie sich farblich und geschmacklich prächtig – die lange dünne Stange.

Bleiben im zeitigen Frühjahr die grünen und blauen Artischocken, die auf Mallorca zuhauf wachsen und zu
einem Kilopreis von rund einem Euro auf den Wochenmärkten verkauft werden. In Deutschland sind sie eher
eine Delikatesse und daher recht teuer, in Spanien aber ein so gängiges Gemüse wie der Grünkohl im Winter
in deutschen Landen.

Ab Mai sind die ersten Salate erntereif. „Lechuga“ heißt der grüne Kopf, der reich an Vitaminen ist. Erdbeeren
haben auf der sonnenreichen Insel gute Chancen, frisch mit Zucker oder aber im Kuchen auf den Tisch zu
kommen. So ist es also kaum ein Wunder, dass im Garten rege Tätigkeit herrscht, denn die erste Ernte steht
an. Und damit ist auch in der Küche richtig was los, denn der Mallorquiner konserviert seine „Gaben aus dem
Garten“ für das ganze Jahr. Selbst viele Hotels auf Mallorca setzen auf frische Küche. Deshalb lohnt sich vor
der Buchung eines Urlaubs ein Hotelvergleich.

Mallorca-Urlauber müssen nicht nur auf das Frühjahr setzen, um Frisches auf dem Markt zu bekommen. Das
ganze Jahr sind die Stände der Wochenmärkte bestens bestückt mit allem, was die Insel zu bieten hat. Und
so manches Fest wird für die Kartoffel gefeiert (etwa im Örtchen Sa Pobla), für die Traube (in Binissalem) und
nicht zuletzt in Vilafranca, wo die prächtigen Melonen gewogen werden und sich einem regelrechten
Wettbewerb um das Gewicht unterziehen.


Das Klima im Süden – warme Sommer mit ausreichend Sonnenstunden

Wer auf Sonne setzt, ist auf Mallorca bestens aufgehoben. So mancher Sommer war in Deutschland eher
verregnet und kühl zugleich, auf der größten der drei Baleareninseln ist hingegen gutes Wetter garantiert.

Die Sommermonate sorgen für beständige Temperaturen tagsüber, die die 30-Grad-Marke meist
überschreiten. Nacht-Bummler können getrost die Jacke im Schrank lassen, denn selten wird es kühler als
20 Grad. Das Meer hat fast Badewannen-Feeling, denn das Wasser hat im Juli meist schon eine Wärme
von 25 Grad, im August, wenn es auf der Insel noch heißer wird und die Spanier ihren Urlaub genießen,
klettern die Temperaturen noch ein bisschen höher. Da im Sommer auf der Insel selten Regen fällt, ist der
Boden trocken, manche Felder eher verdorrt. Die Bauern, die Gemüse und Obst anpflanzen, lassen deshalb
genug Wasser aus ihren Brunnen versickern, um die Ernte zu sichern.

Es grünt so grün: Im Frühjahr ist Mallorca eine echte Natur-Schönheit, denn mit dem Wachsen der Pflanzen
präsentieren sich die Felder in satten Farben, der Mohn blüht am Wegesrand, die Margeriten verwandeln
die Landschaft in eine Pracht in Weiß und Gelb. Angenehme Temperaturen um die 20 Grad, nachts im Schnitt
um die 15, laden zum ersten Sonnenbad auf der Terrasse oder auch am Strand ein. 

Weniger heiß als auf Mallorca ist das Wetter in Kroatien. Wer also den Sommer nicht ganz so heiß verbringen
möchte, der mietet sich dann besser ein Ferienhaus in Kroatien.


Mallorca Manacor

Manacor ist heute eine moderne Stadt, aber, wie so viele andere Städtchen und Dörfchen der Insel, mit
historischem Hintergrund. Schon 2000 bis 1400 vor Christus gab es erste Besiedelungen hier im Inselosten,
doch archäologische Funde zeigen, dass der Ursprung der zweitgrößten Stadt Mallorcas bereits aus der
Zeit islamischer Herrschaft stammt. Stadtrechte bekam Manacor 1300 durch Jaume II.

Sehenswertes: Allseits sichtbar ist der 80 Meter hohe Turm der Kirche "Eglesia de Nostra Senyora Verge
dels Dolors“, wo früher eine Moschee stand. Die barocke "Eglesia de Sant Vicenc Ferrer" beherbergt heute
einen Teil der Stadtverwaltung. diewelche zu einem umfunktionierten Kloster gehört. Dort sind heute die
Büros der Stadtverwaltung untergebracht. Reste des von Jaume II. errichteten Königspalastes findet man
heute im Hof eines Mehrfamilienhauses, dem "Torre del Palau". Im „Torre des Ses Puntes“, der früher der
Verteidigung der Stadt diente, finden heute Ausstellungen statt. Der „Torre dels Enagistes“, außerhalb von
Manacor gelegen auf der Straße nach Cales de Mallorca, ist ein Museum mit Funden aus prähistorischer,
bronzezeitlicher und frühchristlicher Zeit.

Manacor ist bis heute nicht vom Massentourismus geprägt, weshalb hier das ganze Jahr über reges
Treiben in den Geschäften, Bars, Cafés und Restaurants herrscht. Der Weinanbau hat besonders in den
letzten Jahren wieder reiche Früchte getrieben, die Tropfen aus dem Osten sind auf der Insel allseits
bekannt. Die Perlenfabrik wurde 1902 gegründet, schon immer war Manacor Möbelstadt, manches Geschäft
hat sich zum Möbelversandhaus gemausert, denn oft genug wird Tisch und Stuhl ins Ausland verschifft.

Porto Christo ist der „Heilige Hafen“ und der Hafen von Manacor. In der „Bar Mingo“, direkt am Marktplatz
von Manacor (großer Wochenmarkt ist immer montags) befindet sich ein Riesenbild des Hafens von anno
dazumal. Porto Cristo mit seinem wunderschönen Hafen, dem Strand, der sehenswerten kleinen Altstadt
ist eher touristisch geprägt und ohne Zweifel einen Ausflug wert, denn der Bereich der Küste ist hier mit
unzähligen Höhlen „durchlöchert“, von denen einige zu besichtigen sind.


„Krankheit nicht ausgeschlossen“: Die richtige Reiseapotheke für Mallorca-Urlauber

Man kann nicht für jeden Krankheitsfall gerüstet sein, wenn man Urlaub macht. Eine Reiseapotheke mit dem
„Nötigsten“ ist dennoch zu empfehlen bei einem Aufenthalt am Mittelmeer, egal wie lang er ist.

Ob Sonnenbrand oder Mückenstich: Salben oder Tropfen gegen Juckreiz und allergische Reaktionen gehören in
die „kleine Apotheke“ zu Hause, denn viele Menschen quälen sich mit geröteter  Haut nach dem Sonnenbad
oder nach einem Insektenstich.

Quallen im Wasser vor den schönen Stränden Mallorcas sind nicht ausgeschlossen. Ihr „Vorkommen „ hängt
von der Meeresströmung sowie  Meereserwärmung ab. Der Hautkontakt ist normalerweise nicht gefährlich,
aber rote Haut und brennende Stellen sind nicht ausgeschlossen. Wer also zu Allergien neigt, sollte eine
Creme in der Strandtasche haben. Die „Life Guards“ , die an allen bewachten Buchten das Badetreiben
beobachten, sind normalerweise als Sanitäter ausgebildet und haben ein entzündungshemmendes Mittel
dabei, um „Erste Hilfe“ zu leisten. Die grüne, gelbe und rote Flagge, die Auskunft über ein bewegtes oder
ruhiges Meer sowie über Badeverbot geben, werden oft genug durch die „Quallenflagge“ ergänzt. Sie
signalisiert: Quallen im Wasser – und damit Vorsicht.

Wasser aus der Leitung zu trinken: Das ist in vielen Teilen der Insel nicht empfehlenswert. Es  sei denn,
der Immobilienbesitzer verfügt auf seiner Finca auf dem Land über einen eigenen Brunnen und damit über
höchstwahrscheinlich sauberes und kühles Nass. Magenkrämpfe, Durchfall oder Übelkeit: Auch dafür sollten
vorsichtshalber Medikamente vorhanden sein. Schmerzmittel und Verbandmaterial gehören für alle Fälle in
die Apotheke.

Sportler wissen es: Prellungen und Zerrungen nicht ausgeschlossen. Salben und Verbände gegen Schmerzen
und Entzündungen sind wichtig im Medizinschränkchen, um schnell reagieren zu können. – ebenso wie ein
schnell wirksames Schmerzmittel. Dennoch ist mit langer Selbstmedikation Vorsicht geboten. Deutsch- und
englischsprachige Ärzte sowie zahlreiche Apotheken gibt es inselweit.

Übrigens: Die Einheimischen schwören auf ein ganz besonderes Naturprodukt, um Entzündungen der Haut zu
heilen. Die Aloe Vera. Sie wächst in vielen Gärten und ist überhaupt die Heilpflanze schlechthin.  Das Gel ihrer
Blätter wirkt entzündungshemmend. Wer mit Mallorquinern über die Wirkung der Pflanze diskutiert, sollte deren
Rat annehmen: Die alten Blätter (und nur diese) haben die größten Heilkräfte.