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Nebel über Capdepera und keine Chance für Piraten

Mein achtjähriger Sohn ist Höhlenforscher oder Pirat, je nach Lust und Laune. Als wir für die Herbstferien
unsere Reise nach Mallorca buchten, hatte ich seinem Abenteuerdrang neue Nahrung gegeben bei der
Erwähnung der Burg von Capdepera. Sie ist nämlich die größte Festungsanlage der Insel und über sie
gibt es eine Menge zu erzählen, was ich tat.

Dass Lukas schwer daran interessiert ist, Burgen und Schlösser zu besichtigen und ihre Geschichten zu
hören, ist für mich ganz prima, denn ich gehe gerne im Urlaub auf Kultur-Tour. Wir hatten in der Cala
Magrana eine schöne Ferienwohnung mit zwei Schlafzimmern gemietet. Alles modern ausgestattet,
eine tolle Küche, zwei Bäder, eine Terrasse mit Blick auf den Gemeinschaftspool. Groß genug, um, rein
theoretisch, für Ritterspiele Platz zu haben.

Da das Wetter gleich am ersten Ferientag eher bedeckt war und damit zu kühl für den Strand, machten
wir uns sehr zur Freude des Sohnemannes Richtung Capdepera auf, das, genau wie die Cala Magrana,
im Osten der Insel liegt, aber ein Stück weiter im Norden nach Cala Ratjada. Der imposante Bau mit
seinen unzähligen Zinnen lässt der Fantasie jede Menge Spielraum, doch die kleine gotische Kapelle in
der Festungsanlage war Abenteuer pur. Hier wurde das Gnadenbild der „Madonna de la Esperanza“, der
Muttergottes der Hoffnung, über Jahrhunderte nicht nur aus religiösen Gründen aufbewahrt, denn schon
früher dachten die Mallorquiner praktisch. Denn beim Angriff durch Piraten, die die Festung stürmen
wollten, stellten die Verteidiger der Burg das Bild auf den Wachturm – und dichter Nebel waberte kurze
Zeit später über das Land und das Meer. Unverrichteter Dinge taperten die Angreifer zu ihren
Piratenschiffen zurück und suchten das Weite, denn im dichten Nebel war kein Angriff möglich.

Dass als dies im 14. Jahrhundert passiert sein soll, ist unwichtig, denn vorstellbar ist es für uns noch bis
heute irgendwie. Da wir schon mal oben im Nordosten waren, machten wir mit der Höhlenforscherei
weiter und fuhren zu den „Coves d’Artá“. Stalagmiten und Stalaktiten, eine dünne Säule trägt den Namen
„Sarg von Napoleon“, außerdem gibt es noch die „Hölle“ und das „Paradies“, Teile der Höhlen mit
klangvollen Namen. Mein Sohn war begeistert. Als er dann noch hörte, dass die Höhlen von Artá früher
Piraten als Zufluchtsstätte diente, war der Tag perfekt. Denn vielleicht haben ja dort die Bösewichte
gewohnt, die vorher die Festung von Capdepera einnehmen wollten…

Zu Hause in Essen war schnell klar: Nächstes Jahr geht es wieder nach Mallorca. In ein Ferienhaus oder
eine Finca mit mindestens drei Schlafzimmern, denn dann will der Piraten-Club aus unserer Straße mit auf
die Insel. Eine Freundin war schon einmal im Robinson-Club, von denen es viele auf der Insel gibt. Auch
das ist eine tolle Alternative, vor allem mit Kindern. Sprachreisen Mallorca eine andere.

Andrea Richter


Gesunde Ernährung kommt auf Mallorca direkt aus dem Garten

Gesunde Ernährung kommt auf Mallorca direkt aus dem Garten
Hierba Buena – noch nie gehört? „Hierba Buena“ ist für die Mallorquiner schlicht und einfach das „gute Kraut“.
Es duftet nach Minze, kommt in Salate, wird mit heißem Wasser zu Tee gebrüht und kommt nicht zuletzt als
I-Tüpfelchen einer Sammlung toller Kräuter in die Flasche, um einen ordentlichen Schnaps aufzusetzen. Das
„gute Kraut“ ist ab Mai reif für die Ernte (und für die Flasche) und ist eine der Zutaten, die auf Mallorca frisch
aus dem Garten kommen. Denn trotz viel Olivenöl und deftiger Gerichte: Die Einheimischen auf der schönen
Baleareninsel setzen auf Leckeres und Gesundes aus dem Garten und legen viel Wert auf eine vernünftige
Ernährung.

Dabei spielen viele Gemüse- und Obstsorten eine große Rolle – fast rund um’s Jahr. So sprießt der grüne
dünne Spargel im Frühjahr aus den idyllischen Natursteinmauern und wird in vielerlei Variationen zubereitet.
In Tortilla, jenem „Omelett“ aus Kartoffeln und Zwiebeln und vielen Eiern, das sorgsam und langsam in der
Pfanne gestockt wird, macht sie sich farblich und geschmacklich prächtig – die lange dünne Stange.

Bleiben im zeitigen Frühjahr die grünen und blauen Artischocken, die auf Mallorca zuhauf wachsen und zu
einem Kilopreis von rund einem Euro auf den Wochenmärkten verkauft werden. In Deutschland sind sie eher
eine Delikatesse und daher recht teuer, in Spanien aber ein so gängiges Gemüse wie der Grünkohl im Winter
in deutschen Landen.

Ab Mai sind die ersten Salate erntereif. „Lechuga“ heißt der grüne Kopf, der reich an Vitaminen ist. Erdbeeren
haben auf der sonnenreichen Insel gute Chancen, frisch mit Zucker oder aber im Kuchen auf den Tisch zu
kommen. So ist es also kaum ein Wunder, dass im Garten rege Tätigkeit herrscht, denn die erste Ernte steht
an. Und damit ist auch in der Küche richtig was los, denn der Mallorquiner konserviert seine „Gaben aus dem
Garten“ für das ganze Jahr. Selbst viele Hotels auf Mallorca setzen auf frische Küche. Deshalb lohnt sich vor
der Buchung eines Urlaubs ein Hotelvergleich.

Mallorca-Urlauber müssen nicht nur auf das Frühjahr setzen, um Frisches auf dem Markt zu bekommen. Das
ganze Jahr sind die Stände der Wochenmärkte bestens bestückt mit allem, was die Insel zu bieten hat. Und
so manches Fest wird für die Kartoffel gefeiert (etwa im Örtchen Sa Pobla), für die Traube (in Binissalem) und
nicht zuletzt in Vilafranca, wo die prächtigen Melonen gewogen werden und sich einem regelrechten
Wettbewerb um das Gewicht unterziehen.


Das Klima im Süden – warme Sommer mit ausreichend Sonnenstunden

Wer auf Sonne setzt, ist auf Mallorca bestens aufgehoben. So mancher Sommer war in Deutschland eher
verregnet und kühl zugleich, auf der größten der drei Baleareninseln ist hingegen gutes Wetter garantiert.

Die Sommermonate sorgen für beständige Temperaturen tagsüber, die die 30-Grad-Marke meist
überschreiten. Nacht-Bummler können getrost die Jacke im Schrank lassen, denn selten wird es kühler als
20 Grad. Das Meer hat fast Badewannen-Feeling, denn das Wasser hat im Juli meist schon eine Wärme
von 25 Grad, im August, wenn es auf der Insel noch heißer wird und die Spanier ihren Urlaub genießen,
klettern die Temperaturen noch ein bisschen höher. Da im Sommer auf der Insel selten Regen fällt, ist der
Boden trocken, manche Felder eher verdorrt. Die Bauern, die Gemüse und Obst anpflanzen, lassen deshalb
genug Wasser aus ihren Brunnen versickern, um die Ernte zu sichern.

Es grünt so grün: Im Frühjahr ist Mallorca eine echte Natur-Schönheit, denn mit dem Wachsen der Pflanzen
präsentieren sich die Felder in satten Farben, der Mohn blüht am Wegesrand, die Margeriten verwandeln
die Landschaft in eine Pracht in Weiß und Gelb. Angenehme Temperaturen um die 20 Grad, nachts im Schnitt
um die 15, laden zum ersten Sonnenbad auf der Terrasse oder auch am Strand ein. 

Weniger heiß als auf Mallorca ist das Wetter in Kroatien. Wer also den Sommer nicht ganz so heiß verbringen
möchte, der mietet sich dann besser ein Ferienhaus in Kroatien.


Mallorca Manacor

Manacor ist heute eine moderne Stadt, aber, wie so viele andere Städtchen und Dörfchen der Insel, mit
historischem Hintergrund. Schon 2000 bis 1400 vor Christus gab es erste Besiedelungen hier im Inselosten,
doch archäologische Funde zeigen, dass der Ursprung der zweitgrößten Stadt Mallorcas bereits aus der
Zeit islamischer Herrschaft stammt. Stadtrechte bekam Manacor 1300 durch Jaume II.

Sehenswertes: Allseits sichtbar ist der 80 Meter hohe Turm der Kirche "Eglesia de Nostra Senyora Verge
dels Dolors“, wo früher eine Moschee stand. Die barocke "Eglesia de Sant Vicenc Ferrer" beherbergt heute
einen Teil der Stadtverwaltung. diewelche zu einem umfunktionierten Kloster gehört. Dort sind heute die
Büros der Stadtverwaltung untergebracht. Reste des von Jaume II. errichteten Königspalastes findet man
heute im Hof eines Mehrfamilienhauses, dem "Torre del Palau". Im „Torre des Ses Puntes“, der früher der
Verteidigung der Stadt diente, finden heute Ausstellungen statt. Der „Torre dels Enagistes“, außerhalb von
Manacor gelegen auf der Straße nach Cales de Mallorca, ist ein Museum mit Funden aus prähistorischer,
bronzezeitlicher und frühchristlicher Zeit.

Manacor ist bis heute nicht vom Massentourismus geprägt, weshalb hier das ganze Jahr über reges
Treiben in den Geschäften, Bars, Cafés und Restaurants herrscht. Der Weinanbau hat besonders in den
letzten Jahren wieder reiche Früchte getrieben, die Tropfen aus dem Osten sind auf der Insel allseits
bekannt. Die Perlenfabrik wurde 1902 gegründet, schon immer war Manacor Möbelstadt, manches Geschäft
hat sich zum Möbelversandhaus gemausert, denn oft genug wird Tisch und Stuhl ins Ausland verschifft.

Porto Christo ist der „Heilige Hafen“ und der Hafen von Manacor. In der „Bar Mingo“, direkt am Marktplatz
von Manacor (großer Wochenmarkt ist immer montags) befindet sich ein Riesenbild des Hafens von anno
dazumal. Porto Cristo mit seinem wunderschönen Hafen, dem Strand, der sehenswerten kleinen Altstadt
ist eher touristisch geprägt und ohne Zweifel einen Ausflug wert, denn der Bereich der Küste ist hier mit
unzähligen Höhlen „durchlöchert“, von denen einige zu besichtigen sind.